Karolina Sobel Fotografie

If You are Ok, I am Ok

Der Titel "If You are Ok, I am Ok" stammt von einer Veranstaltung des queeren Kollektivs kem in Warschau. Es bezieht sich auf den Begriff der `Care`: Sowohl für den anderen als auch für das Selbst. `Care` ist eine sehr verletzliche und zerbrechliche, oft unsichtbare Vorstellung. Sie ruft Konzepte von Intimität, Nähe und Kommunikation mit anderen hervor. `Care` verkörpert die Essenz der persönlichen Offenlegung. Der Aufbau einer Beziehung erfordert gegenseitige Energie und Ehrlichkeit, um sich in der Identität des anderen zurechtzufinden, ohne gleichzeitig die eigene Identität zu verlieren. `Care` symbolisiert den Wunsch, sich um die andere Person und ihren Körper zu kümmern. Sorgfalt bedeutet, die Beziehung zu priorisieren und sich um die Zukunft zu kümmern. `Care` bietet einen heiligen Raum, in dem wir selbst sein können. `Care` für jemanden ist genauso wichtig wie die Fürsorge für zukünftige wichtige Dinge. `Care` ist das eine Element der Liebe, neben Leidenschaft und Verpflichtung, das andere Dimensionen wie Respekt, Verständnis und Mitgefühl beschreibt. `Care` wird oft durch Zuneigung wie körperliche Berührung zum Ausdruck gebracht und kann ein Barometer für Beziehungen sein. Allerdings sind es nur die alltäglichen Ereignisse, die die Struktur der Fürsorge ausmachen und langfristig zu einem langsamen und tieferen sozialen Wandel führen könnten. Wie subversiv kann der nicht-heteronormative Lebensstil im Alltag sein? Mit welchen Normen wollen sich junge LGBTQ-Generationen beschreiben? Ist das Privatleben noch privat und in welchem Umfang? Wenn die Sexualität flexibel ist, wer braucht dann noch sexuelle Einordnung und Geschlechter? Mein subjektiver Blick folgte der Minderheit der LGBTQ-Menschen in Warschau, die immer noch mit Problemen der Homophobie und Ausgrenzung konfrontiert sind. Dieses Projekt untersucht die queere Identität und stellt gleichzeitig soziale Normen in der polnischen Gesellschaft in Frage. Die queeren Identitäten werden durch die Darstellung von Intimporträts und fragmentarischen Szenen der Stadt erforscht. Ich betrachte den menschlichen Körper im Vergleich zum Körper der Stadt und der Natur. Die Fotos werden auf ephemeren Textilien wie Schleier- oder organischem Posterdruck und Tapeten materialisiert. Die Forschung zum Thema visuelle Selbstdarstellung wird in einem Zeitschriftenformat und durch eine Videoarbeit dargestellt. Das Magazin enthält Titel von Filo, einem ersten Magazin für schwule Männer in Polen. Im Video berührt eine Performerin ihren Körper in Zeitlupe und drückt damit die Uneinigkeit über das herrschende Regime sozialer Normen aus. Der Ausstellungsraum ist von Frauenstimmen durchzogen, die Fragmente aus Caroline Eckes Autobiographie \"How do we wish\" (2012) lesen.

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